Nehme ich lieber Stracciatella mit Schoko oder doch lieber Zitrone und Malaga? Ziehe ich auf die Feier lieber das neue Kleid oder doch meine Lieblingsjeans an? Ziehe ich nachher noch mit meinen Freunden um die Häuser oder mache ich einen gemütlichen Fernsehabend?

Wir treffen ständig Entscheidungen. Und die Frage, welches Eis es heute sein soll, ist relativ leicht.
Schwierig wird es bei Fragen mit größerer Tragweite: Soll ich das Jobangebot annehmen oder bei meinem alten Arbeitgeber bleiben? Soll ich mich trennen und mein Leben auf ganz neue Füße stellen oder soll ich in meiner alten Beziehung bleiben?

Viele von uns tun sich schwer damit, sich an solchen Weggabelungen des Lebens festzulegen. Weiß man doch nie so genau, was eine mögliche Veränderung mit sich bringt. Da werden Pro- und Contralisten geführt, Vertraute befragt und Entscheidungen verschoben. Manchmal sogar so lange, bis uns die Entscheidung plötzlich abgenommen wird. Weil der neue Job dann irgendwann vergeben ist, und eine Bewerbung nur noch ins Leere greift. Oder der Partner sich von uns getrennt hat und seine eigenen neuen Wege geht.

Und dabei vergessen wir, dass keine Entscheidung zu treffen, bereits eine Entscheidung ist. Nämlich die, in den alten Strukturen zu verharren und nichts zu verändern. Das dürfen wir. Und nicht immer ist das Neue auch automatisch das Bessere. Wir müssen uns nur klar machen, dass wir damit eben eine Entscheidung getroffen haben. Und uns fragen, ob eine Entscheidung für das Alte gefällt wurde, weil es das Richtige für uns ist, oder aus Unsicherheit und der Angst vor dem Neuen. Denn Neues ist nicht genau kalkulierbar, wir betreten Neuland, ohne Garantie.

Altes, Vertrautes gibt Sicherheit. Neues hingegen braucht Mut. Doch wer sagt denn, dass nicht vielleicht da die Verbesserung auf uns wartet?