Wer braucht Mitte März schon Schnee? Ich nicht und Sie sicherlich auch nicht. Schließlich sind wir auf Frühling eingestellt. Auf Blüten, Sonnenschein und blauen Himmel. Wir möchten Schals und Mützen im Schrank verstauen und beschwingt bei milden Frühlingstemperaturen spazieren gehen.

Stattdessen macht uns irgendein Tief einen Strich durch die Rechnung. Ein eisiger Wind lässt Ihnen die Hände abfrieren. Schneeflocken wehen Ihnen ins Gesicht und Ihre Frisur weist große Ähnlichkeit mit einem Vogelnest vom letzten Jahr auf. So hatten Sie sich das nicht vorgestellt. Schließlich haben Sie sich nach diesem langen Winter einen federleichten Frühling redlich verdient. Sie haben doch nicht ihre Frühjahrsgarderobe im Einkaufsnahkampf erstanden, um jetzt wieder die Winterklamotten anzuziehen.

Und weit und breit keine Stelle, bei der man sich erfolgreich darüber beschweren könnte.

Also schimpfen wir bei Freunden und Bekannten wie ein Rohrspatz über das Wetter. Und teilen so unsere Wut. Und halten uns weiterhin in dem Gefühl der Hilflosigkeit auf.

Ja, Sie haben den Frühling redlich verdient. Aber was wollen Sie machen? Sich bei der ortsansässigen Wetterstation beschweren? Jeden Abend mit Wut ins Bett gehen, um am nächsten Tag festzustellen: Es schneit schon wieder?

Ganz egal, ob es darum geht, dass das Wetter Kapriolen schlägt, die Entscheidung eines anderen Menschen nicht nachvollziehbar ist oder irgendeine andere Situation Ihnen das Leben schwer macht: Es tut gut, mal einen Schritt zurückzutreten und sich die Situation anzusehen, wie sie ist und auch so anzunehmen. Sie zu bejahen. Sich selbst einzugestehen: Ja, so ist es und ich konnte daran nichts ändern.

Annehmen bedeutet loslassen. Und zwar die Vorstellung davon, wie etwas zu laufen hat und auch davon, dass wir immer eine goldene Lösung aus dem Hut zaubern können. Können wir nicht, müssen wir auch nicht.

Das Schöne ist: Haben wir die Situation voll und ganz akzeptiert, so wird der Kopf wieder frei. Frei für andere Lösungsansätze, andere Sichtweisen, andere Richtungen, in die wir gehen können. Richtungen, die wir vorher vor lauter Wut, Verbissenheit und Hilflosigkeit gar nicht wahrgenommen haben. Und ersparen so unserem Körper jede Menge Stresshormone.

Und da nichts ewig währt, klart es auch irgendwann wieder auf. Entweder der Himmel, oder Ihr Leben.