Kürzlich habe ich einen Strafzettel wegen Falschparkens bekommen. Also nicht, dass ich vorher noch nie einen bekommen hätte. Aber dieses Mal war es anders.

Ich wollte meine Mittagspause in einer Bäckerei verbringen. Eine, in der man sich zum Verzehr gemütlich an einen Tisch setzen kann. Um die freie Zeit zu genießen und für den Rest des Arbeitstages aufzutanken. Soweit der Plan.
Ich schaffte es auch bis zum Tisch und hatte den ersten Schluck Kaffee getrunken und zweimal herzhaft in mein Brötchen gebissen, als plötzlich eine Mitarbeiterin des Cafés die „frohe Kunde“ quer durchs Café posaunte. Sie hatte ihr Zigarettenpäuschen draußen verbracht und die Politessen beim Zettelausteilen beobachtet. Damit war nicht nur klar, dass das diesmal ein sehr teures Brötchen war. Ich spürte zudem auch die Augen sämtlicher anderer Kunden auf mir. Augen die sagten: „Da sitzt sie, die Falschparkerin.“

Und während sich, wie automatisch, ein Gefühl von Wut seinen Weg bahnen wollte, stieg die Frage in mir auf: „Willst du das überhaupt? Willst du dich jetzt darüber ärgern?“

Nein, das wollte ich eigentlich nicht.

Denn Wut und Groll hätten weder dazu geführt, dass ich das Knöllchen nicht bezahlen muss, noch hätten sie die lauten Worte der mitteilungsfreudigen Caféangestellten wieder eingefangen. Stattdessen hätte ich ein negatives Gefühl mit hohem Blutdruck und jeder Menge Stresshormone im Körper gehabt.

Und sind wir mal ehrlich: Der Tag wäre gelaufen gewesen. Ich hätte die Wut mit in den restlichen Arbeitstag genommen und mit ein bisschen „Glück“, hätte ich auch am Abend noch was davon gehabt.

Ich entschied mich, stattdessen meine freie Mittagszeit zu genießen und mich bei schöner Musik (dem Handy mit Kopfhörern sei Dank) zu entspannen. Was erstaunlicherweise wunderbar funktionierte. Und das durch den bloßen Gedanken, anzunehmen was ist und gelassen mit der Situation umzugehen. Und somit einer bewussten Entscheidung gegen die Wut.

Sollten auch Sie demnächst mal wieder in einer unschönen Situation stecken, so helfen Ihnen vielleicht folgende einfache Fragen:

a) Möchte ich mir dadurch meine Laune vermiesen lassen?
b) Ändert sich die Situation dadurch, dass ich wütend bin?
c) Geht es mir mit Wut besser oder ohne?
d) Hat das Ganze in 5 Jahren noch eine Bedeutung?
e) Was könnte ich Schönes tun, statt mich zu ärgern?

Oder halten Sie sich einfach an den Spruch, den ich neulich auf einer Postkarte gelesen habe:
„Bevor ich mich jetzt aufrege, ist es mir lieber egal.“

Ist auch besser für den Blutdruck.