Sie kennen das Gefühl, das sich einstellt, wenn das, was Sie erwartet haben, nicht eintrifft. Wenn Sie nicht als Trauzeuge für den besten Freund fungieren dürfen, Sie durch die wichtige Prüfung rasseln oder Ihr Wunschpartner sich gegen Sie entscheidet.

Egal wer oder was Sie enttäuscht hat, es schmerzt. Und wirft Sie für einige Zeit auf Sie selber zurück. Und Sie zermartern Ihr Hirn mit vielen Fragen: Was ist wann, wie schiefgelaufen? Wo haben Sie nicht aufgepasst? Und was hätten Sie anders machen müssen? Und hätten Sie überhaupt einen Einfluss darauf gehabt, ein anderes Ergebnis zu erzielen?

Aber ganz gleich, ob Sie die letzte Frage bejahen oder verneinen: Sie können die Zeit nicht zurückdrehen. Es ist, wie es ist. Auch wenn Ihre Welt für einen Moment stillsteht und Sie nicht wissen, wie sie sich weiterdrehen soll.

Doch genau das tut sie. Unaufhörlich. Und der Kummer dreht sich ebenso unaufhörlich mit.

Obwohl – wie lange eigentlich?

Solange, bis Sie den Kummer loslassen. Sie können an der vergangenen Situation eh nichts mehr ändern. Und Kummer, an dem Sie festhalten, tut Ihnen nicht gut und versperrt Ihnen nur die Sicht auf all das, was in Ihrem Leben gut läuft. Denn auch diese Dinge gibt es. Wir können Sie nur oft nicht sehen, weil wir uns zu sehr und oft auch zu lange unserem Kummer zuwenden. Als ob er dadurch geringer würde.

Und Sie wissen: eine Enttäuschung bedeutet das Ende einer Täuschung. Eine Täuschung, die auf unserer eigenen Erwartungshaltung basiert. Weil wir einen ganz bestimmten Ausgang einer Situation vor Augen hatten. Sie sind doch nur enttäuscht, weil Sie fest damit gerechnet haben, die Prüfung zu bestehen oder weil Sie mit der Zuneigung eines Menschen gerechnet haben. Ist dem nicht so und weicht somit das Ergebnis von unserer Wunschvorstellung ab, so sind wir enttäuscht.

Doch wie jetzt weitermachen? Wie wird man dieses schmerzhafte Gefühl, das sich wie eine schwere dunkle Decke über einen legt, wieder los?

Akzeptieren Sie die Situation wie sie ist. Sie können an der Vergangenheit nichts ändern, auch dann nicht, wenn Sie sich innerlich dagegen auflehnen. Vorbei ist vorbei und das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Aber gemachte Erfahrungen lassen sich durchaus in den Rucksack der eigenen Erkenntnisse verstauen. Wer weiß, wann Sie diese mal gut gebrauchen können.

Und dann lassen Sie los.

Dazu hilft Ihnen vielleicht die kleine Geschichte aus dem Zen-Buddhismus:
Der Schüler ging zum Meister und fragte ihn: „Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?“ Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf, umklammerte ihn und jammerte: „Was kann ich tun, damit dieser Baum mich loslässt?“