Eigentlich sind Sie ja ganz zufrieden mit sich. Aber eben nur eigentlich, denn seit dem letzten Klassentreffen nagt dieses unangenehme Gefühl an Ihnen. Ihre alte Schulfreundin hat trotz drei Kindern immer noch die schlanke, mädchenhafte Figur wie damals. Und Sie können trotz Sport nur mühsam Ihre Figur im Zaum halten. Und ehe Sie sich versehen, sind sie in die Falle getappt. Die Falle, die gnadenlos zuschnappt, sobald wir uns vergleichen.

Denn interessanter Weise messen wir uns meist mit Leuten, bei denen wir schlechter abschneiden. Vergleicht die alleinerziehende, berufstätige Mutter ihren Haushalt mit dem der verheirateten Freundin, die zudem nur Teilzeit arbeitet, so kann sie nur verlieren. Denn sie übersieht für einen entscheidenenden Moment, dass deren Rahmenbedingungen gänzlich anders sind. Die meisten Vergleiche hinken und bieten somit den Nährboden für vollkommen falsche Schlüsse.

Doch warum tun wir das? Warum schauen wir verstohlen auf das, was der andere vermeintlich hat und von dem wir glauben, es würde uns fehlen. Und tut es das wirklich?

Der Vergleich ähnelt einem Kreisverkehr. Er entspringt der eigenen Unzufriedenheit und mündet wieder in ihr. Sind wir zufrieden mit dem eigenen Leben, so stört uns nicht, was der andere hat. Wir nehmen es wahr, stellen es aber nicht in Relation zum eigenen Leben. Sobald es bei uns jedoch irgendwo klemmt, sich der Fokus verschiebt und wir auf die Habenseite des anderen schielen, fahren wir ungebremst ins Tal der Unzufriedenheit. Denn das, was im Leben des anderen nicht wirklich rosig ist, wird hierbei gekonnt ausgeblendet.

Befreien Sie sich, indem Sie Ihren Blick wieder auf Ihr eigenes Leben lenken. Denn nur hier haben Sie Handlungsspielraum. Ihr Leben wird nicht besser, indem Sie anderen etwas neiden. Es wird nur besser, wenn Sie etwas Richtung Veränderung anstoßen.

Zugegebenermaßen geht das nicht so flott wie das Jammern über die angebliche Ungerechtigkeit der Welt. Aber im Gegensatz dazu hilft’s.