„Das wichtigste Gefühl, das der Mensch haben kann, ist die Dankbarkeit.“

Wissen Sie, wofür ich dankbar bin? Für diesen Satz, denn er hat mein Leben entschieden verändert. Ich habe ihn vor ein paar Jahren zum ersten Mal irgendwo gehört und fand ihn zugegebener Maßen grottig. Und zwar so richtig. Schließlich war bis dahin die Liebe auf Platz Eins der wichtigsten Gefühle. Verstehen Sie mich nicht falsch, die Liebe ist mit Abstand das Wunderbarste, was wir Menschen kennen und empfinden können. Und dennoch ist die Dankbarkeit für mich der wichtigste Schlüssel geworden, wenn es darum geht, das Glück ins eigene Leben zu holen.

Denn Danken ist ungemein praktisch. Es lenkt unseren Blick zielsicher auf das, was wir auf der eigenen Habenseite haben. Machen wir das regelmäßig, geht es uns emotional dauerhaft besser. Stellen Sie sich Ihr Gehirn als eine Art Landkarte vor. Da gibt es Landstraßen, Feldwege und auch Autobahnen. Und über die fahren die meisten Autos. Und vor allem fahren sie dort am schnellsten. Verständlicherweise hat man die Autobahnen dort gebaut, wo der meiste Verkehr durchmuss und nicht nur von einem Maisfeld zum nächsten.

Ähnlich verhält es sich mit Ihrem Gehirn. Gedanken, die Sie oft denken, fliegen schneller, weil sie sozusagen auf den Gehirnautobahnen unterwegs sind. Was Sie oft gedacht haben, fällt ihnen immer häufiger ein. Dabei ist es Ihrem Gehirn völlig egal, ob Sie oft Negatives oder Positives denken. Nicht egal ist das jedoch Ihren Gefühlen. Die richten sich nämlich nach dem, was Sie denken. Wenn Sie beim Blick in den Spiegel zusammenzucken, weil Sie das, was Sie da sehen, für den ultimativen Beweis für Gottes schwarzen Humor halten, dann werden Sie sich entsprechend schlecht fühlen. Glauben Sie beim Blick in den Spiegel jedoch, Heidi Klum oder Brad Pitt in den Schatten zu stellen, werden Sie deutlich beschwingter durch den Tag gehen.

Wenn also Gedanken unsere Gefühle bestimmen, dann macht das mit der Dankbarkeit wieder Sinn. Denn danke ich oft, habe ich immer öfter positive Gedanken und somit auch positivere Gefühle. Und mache ich das wieder und wieder und wieder, so sind meine Autobahnen im Gehirn diejenigen, über die die positiven Gedanken flitzen. Zudem folgt meine Aufmerksamkeit immer häufiger den kleinen und auch großen Dingen des Lebens, für die ich dankbar bin. Die Feldwege sind dann die, mit den nicht so rühmlichen Gedanken.

Üben können Sie das mit der sogenannten Bohnenübung. Stecken Sie sich dafür morgens, bevor Sie aus dem Haus gehen, eine Hand voll Kaffeebohnen oder Ähnliches in die Hosentasche. Und immer, wenn Ihnen im Laufe des Tages etwas Gutes widerfährt oder Ihnen etwas gut gelingt, dann nehmen Sie eine Bohne aus der Hosentasche und tun Sie sie in die andere Hosentasche. Dabei sind Ihren Dankesgründen keine Grenzen gesetzt. Es müssen auch nicht nur die großen Dinge sein, die Ihnen ein Danke wert sind. Der Tag ist voll mit kleinen Momenten, die, wenn man sie richtig bewertet, wunderbar und ein Danke wert sind. Zum Beispiel, dass Sie beim Bäcker noch die letzten 4 Körnerbrötchen ergattert haben, trockenen Fußes von der Bushaltestelle bis nach Hause gekommen sind oder durch Zufall in den Film mit Ihrem Lieblingsschauspieler gezappt haben. Abends werden Sie staunen, wie viele Bohnen die Seite gewechselt haben und Sie können die schönen Momente, an die Sie die Bohnen erinnern, nochmal Revue passieren lassen.

Sie können statt den Bohnen auch ein Dankestagebuch führen. Setzen Sie sich dafür jeden Abend hin und schreiben Sie mindestens 3 Dinge auf, für die Sie an diesem Tag dankbar sind. Und wenn Sie das durchhalten, dann werden Sie feststellen, dass Ihnen das zum Einen immer leichter fällt und Ihnen auch ganz oft viel mehr als drei Dinge einfallen und dass Ihre Grundstimmung steigt. Das Glas ist dann viel häufiger halb voll. Versprochen.