Das Handy klingelt. Eine unbekannte Nummer aus dem fernen Ausland. Und sofort ist uns klar: Das müssen Betrüger sein. Denn dafür haben wir ein Gespür. Eins, das uns davor warnt, nicht in eine Falle zu tappen. Und beim nächsten Treffen mit Freunden werden wir vielleicht stolz davon berichten, dass wir auf sowas ja nicht reinfallen. Wir doch nicht.

Aber wie ist das, wenn wir selber diejenigen sind, die uns was vormachen? Wenn wir uns etwas einreden, was mit der Wirklichkeit nicht viel gemein hat? Wenn wir in einer Situation verharren, von der wir ganz genau wissen, sie tut uns nicht gut. Und die wir dennoch nach außen tapfer verteidigen.

Es sind diese Situationen, in denen wir unsere Augen verschließen vor dem, was ist. Bloß nicht hinschauen. Damit das Luftschloss unseres Lebens nicht zusammenbricht. Und so fliehen wir vor der Realität in unsere Fantasie, gemäß dem Ausspruch von Gerhard Uhlenbruck:
„Was sich manche Menschen selber vormachen, macht ihnen so schnell keiner nach.“

Da werden längst gescheiterte Beziehungen schöngeredet und krampfhaft daran festgehalten. Freundschaften, die uns schon lange nicht mehr guttun, dennoch nicht beendet. Es wird in unguten Arbeitsverhältnissen verharrt, statt sich endlich auf die Suche nach einer neuen Perspektive zu begeben. Und krankmachende Strukturen in der Familie werden aufrechterhalten, statt dringend notwendige Veränderungen anzustoßen.

Festzustellen, dass man an Ungutem festhält, ist der erste entscheidende Schritt, den Selbstbetrug zu beenden. Nämlich der Schritt, richtig hinzusehen und festzustellen, dass sie ihren eigenen Lügen und Schönfärbereien nicht länger glauben wollen. Und es auch nicht mehr sollten. Denn Sie haben ein glückliches, gelingendes Leben allemal verdient.

Gleichen Sie doch mal die Vorstellung von Ihrem Leben mit dem Ist-Zustand ab. Wieviel Überschneidungen gibt es? Gibt es überhaupt noch welche? Und reicht Ihnen das, was Sie da sehen tatsächlich aus?

Was wollen Sie, wenn Sie alt sind, im Rückblick sagen? Reicht Ihnen ein „Na ja, es war halt so, wie es war.“ Oder möchten sie lieber sagen können: „Ich habe meine Lebenswünsche umgesetzt.“

Dann seien Sie mutig. Sonst verpassen Sie die Möglichkeit, das Leben zu führen, das wirklich zu Ihnen passt. Das nicht nur aus Gewohnheit und Anpassung besteht, sondern Ihnen gut tut und Sie inspiriert. Das Sie spüren lässt, wer Sie in Wirklichkeit sind.

Und dass Sie leben.