OK, Sie wollen also Ihren Job hinschmeißen und dieses kleine Cafe aufmachen, wovon Sie schon immer geträumt haben. Sie haben alles schon mal grob überschlagen und schwelgen in Gedanken an die liebevoll ausgesuchte Einrichtung. Sie träumen von begeisterten Kunden und sehen sich selbst schon am Kuchentresen stehen, indem die herrlichsten Leckereien präsentiert sind. Und vor allem spüren Sie: Das ist Ihr Ding, hier sind Sie endlich glücklich.

Ein wunderbares Gefühl. Solange, bis Sie dem ersten Bedenkenträger voller Begeisterung von Ihrem Plan erzählen. Der wird in Windeseile seine skeptische Mine aufsetzen und ehe Sie sich versehen, ergießt er seine eigenen Zweifel über Sie. Und wie Pechmarie, die sich unter dem zähen, klebrigen Pech kaum bewegen kann, hören Sie Sätze wie „Ich weiß ja nicht, bist du dir sicher, dass das funktioniert?“ oder einen der berühmten Aber-Sätze: „Aber wie soll das denn gehen, das kann ja nicht klappen.“

So, und spätestens jetzt ist Schluss mit lustig. Und auch mit optimistisch. Denn jetzt kennen Sie auch das Gefühl, das sich danach einstellt. Von Irritation über Wut, Trotz oder aufkommenden Zweifeln war sicher eins dabei. Nur Freude und Auftrieb hatten diese „wohlmeinenden“ Kommentare nicht im Gepäck.

Und genau hier liegt der Knackpunkt. Bedenkenträger ziehen uns runter. Sie wirken wie ein imaginäres Stoppschild, das sich uns in den Weg stellt und womöglich umkehren lässt. Dabei hatten wir doch so gute Gründe, eine Veränderung anzugehen. Wir fühlten uns doch so gut bei dem Gedanken, einen anderen Weg einzuschlagen. Und mit einem Mal ist all das weg und Zweifel machen sich in uns breit, wie ein lästiger Grippevirus. Der nichts anderes tut, als uns zu schwächen. Und schon schwindet die Kraft und der Glaube daran, dass mit der Veränderung eine Verbesserung auf uns wartet.

Wenn also eine Idee in Ihnen aufkeimt, die sich richtig gut anfühlt, die Sie aufleben lässt, dann überlegen Sie, mit wem Sie diese Idee teilen. Sind das Menschen, die das Leben bejahen? Die Ihnen und sich selber was zutrauen und auch Veränderungen in ihrem eigenen Leben zulassen und vorantreiben? Dann sind das genau die Menschen, die Sie an Ihrer Seite brauchen. Menschen, die Sie stärken, statt Sie zu destabilisieren. Wenn Sie ein Haus bauen, dann suchen Sie sich ja auch Leute, die Steine aufeinandersetzen und keine, die sie zertrümmern.

Ich wette, Sie kennen Ihre Bedenkenträger ganz genau. Und wenn Sie sich unschlüssig sind, dann schauen Sie doch mal genau hin: Wer bleibt immer in den gleichen Bahnen, obwohl er unglücklich ist? Wer jammert lieber, statt Dinge anzugehen und zu verändern? Das sind dann die Menschen, die Ihnen Kraft und Freude entziehen. Und von denen Sie sich fernhalten sollten.

Denn verstehen, unterstützen und fördern werden Sie nur diejenigen, die selber mutig sind und das Leben anpacken. Die geben Ihnen womöglich sogar noch gute Tipps, oder Sie gucken sich einfach was ab. Suchen Sie sich Menschen, die Ihnen Hoffnung geben.

Und passen Sie auf, dass Sie nicht selbst zum Bedenkenträger werden.